Abstrusien
Nur ein Wort
Goldenes Buch
Nur ein Wort

Dieser Tage ist es wieder einmal so weit.

Aus gegebenem Anlass ist das hohe Gut der Redefreiheit erneut im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.

Da werden in den Diskussionen wieder die guten alten Floskeln wie   „in einer Demokratie...“ oder „das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung“ hinter dem Ofen hervorgeholt, in dem es die Benutzer doch eigentlich schon vor Jahren verbrannt haben!

Zumindest wenn es um politische und gesellschaftskritische Haltungen zu bestimmten, in einer Redaktion nicht gern gesehenen Themen geht.

Ich frage mich angesichts dieser öffentlichen Diskussion, ob die alle noch an den Weihnachtsmann glauben.

Hallo!!

Seid ihr so blind, oder ist es um des lieben Friedens willen nur bequem, es nicht zu sehen?

Unsere Medienlandschaft ist doch schon lange nicht mehr liberal und frei. Unsere Verlage lassen sich eindeutigen politischen Lagern zuordnen. Je nach Zeitung, die man morgens aufschlägt, stellt man beim Lesen fest, ob sie sich eher dem rechten oder linken Rand unserer Gesellschaft verbunden fühlt.

Aber wer kann heutzutage noch lesen? Also nicht einfach logisch die Buchstaben und Wörter aneinander reihen um einen Satz zu bilden, sondern Sätze aneinander reihen um der Sache noch einen Sinn zu geben. Ganz zu schwiegen von der Tatsache, dass man auch mal zwischen den Zeilen lesen sollte.

Es ist mittlerweile schon schwer Journalisten zu finden, die diesen Beruf nicht nur als Möglichkeit sehen, sich selber zu profilieren und im Namen der Informations- und Redefreiheit jede Gelegenheit nutzen um ihren guten Namen durch das Präsentieren angeblicher Fakten noch besser erscheinen zu lassen.

Only bad news are good news!

Klar, weil sich das durch eine gewisse Sensationsheische der Masse ja auch gleich viel leichter und besser transportieren lässt.

Welche Schlagzeile springt denn mehr ins Auge?

„Frau ersticht Kind mit Brotmesser“ oder „Kind hilft alter Dame über die Straße“…

Tja, da kann man sich seine Meinung zu bilden.

Die Frage ist doch nur, auf Grund welcher gelieferter Informationen ich mir meine Meinung bilden darf!

Frau ersticht Kind mit Brotmesser (weil die kleine Ratte der Mutter an die Handtasche wollte)

Kind hilft alter Dame über die Strasse (und schubst sie vor LKW)

So sieht die Sache doch schon wieder ganz anders aus, oder?

Wir und unsere Meinung werden heute manipuliert und zensiert, wo es nur geht. Also an allen Ecken und Enden.

Und warum? Weil die Redefreiheit in unserem Land nicht mit staatlicher Gewalt nieder geknüppelt wird, sondern weil man das hier im demokratischen Westen viel eleganter und eben „demokratischer“ löst.

Man kauft sich diese Freiheit einfach.

Es ist für viele der Betroffenen viel angenehmer, wenn man sein Leben nicht nur behält, sondern wenn man es auch noch mit einem netten finanziellen Polster im Rücken genießen kann und dafür eben auf die Herausgabe einiger Informationen schlicht verzichtet. Man lügt ja nicht. Man hält lediglich einige Informationen zurück. In der Bibel steht ja nur geschrieben : Du sollst nicht lügen!

Es war nicht die Rede von : Du sollst die ganze Geschichte erzählen!

Außerdem ist es auch immer auffällig, wenn Journalisten oder Aktivisten verschwinden oder mit einem leicht umgestalteten „Exterieur“ irgend wann und irgend wo wieder auftauchen und in der Regel mausetot sind. Nein, soviel Aufsehen wollen die nicht.

Da wird mit Hilfe eines Barbetrags ein Journalist zu einem Pressesprecher und ein Aktivist zu einem Lobbyist.

Kein Wunder, dass da angesichts der blanken Gewalt, die in einigen Ländern dieser Erde herrscht, so mancher Konzernchef oder Redakteur fassungslos das Haupt schüttelt und laut fragt: „ Warum nur diese sinnlose Gewalt“ , um dann im Stillen weiter zu denken, „ ihr könntet eure Gegner doch einfach fürstlich bezahlen. Dann ist das viel diskreter und der Erfolg ist garantiert!“

Die Dummen in diesem Spiel sind nur die, die den ganzen Mist, der uns erzählt wird, glauben und nicht nachfragen, was uns denn alles nicht erzählt wird.

Heute verurteilt man die „ du und ich“-Deutschen, die im Dritten Reich gelebt haben. Ihnen wird unterstellt, dass sie gar nicht wissen wollten, was da alles passiert ist.

Wer weiß? In 50 Jahren werden wir vielleicht von nachfolgenden Generationen verurteilt, weil wir ja angeblich nie gewusst haben, dass wir unseren Planeten ruinieren und das Weltklima verändern, weil eine Schrankwand aus Tropenholz so schick in unser heiles Ambiente passte! Unter welchen Bedingungen das Teakholz aus der Plantage wirklich aus dem Regenwald geholzt wir – das wissen wir doch nicht! Hat uns ja auch niemand gesagt!

Diese Ausrede klingt dann in 50 Jahren recht müde!

Redefreiheit wäre eine gute Sache, wenn man dabei einige Punkte beachten würde:

    1. Der Redner sollte wirklich frei sein! Das heißt, er sollte nicht irgendwie im Sumpf des Lobbyismus bis über die Hutschnur versunken sein.

    2. Eine gewisse geistige Freiheit ist auch von ungemeinem Nutzen. Geistige Freiheit bedeutet für mich, dass man sich mit vielen Aspekten eines Themas auseinander setzt und sich dann unter Einbeziehung vieler Einflüsse eine Meinung bildet, die auch vertreten werden darf. Dazu muss man aber in der Schule erst mal ein „Filterfrühwarnsystem“ vermittelt bekommen. Warum passiert das hier nicht?

    3. Respekt! Ein völlig aus der Mode gekommener Wert, dessen Image im Zuge der Revolution gegen alles und jeden, der älter als 10 Jahre ist, stark gelitten hat und für viele heute schon total antiquiert wirkt. Ich bin selber jemand, der sich gegen vieles wehrt. Mit Sicherheit habe ich mich während meiner „ Sturm und Drang Zeit“ auch hin und wieder im Ton vergriffen. Aber mit zunehmender Reife sollte man lernen, dass man sein Gegenüber nicht überzeugt, indem man es einfach nur beleidigt.

    4. Reife! Das bedeutet, dass man argumentativ einen wohl überlegten Standpunkt vertritt und auch erklären kann, warum man diesen und nicht einen anderen vertritt. Eine einfaches hingenuscheltes „ ISS SO“ klingt da doch ein wenig kindisch.

    5. Freiheit! Wenn man auf Grund von machtmotivierter also eigentlich kapitalmotivierter Borniertheit die Plattform entzogen bekommt Missstände zu kritisieren, dann kann man nicht von Freiheit reden. Die Plattform entzieht der, der die Macht oder das damit verbundene Kapital besitzt.

     

Also hütet euch davor die Redefreiheit, die wir hier im zivilisierten Westen haben, allzu hoch zu hängen. Es könnte bei genauer Betrachtung für uns, sehr peinlich werden!

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